Christian Hackbarth-Johnson

Lesung: Der Duft des Göttlichen - Leben zwischen Indien und Europa

Ein Nachmittag und Abend mit Lesungen aus Büchern von Christian Hackbarth-Johnson und Martin Kämpchen und indischem Tanz

Eine Veranstaltung des Interreligiösen Forums des Fachbereichs Dialog der Religionen der Erzdiözese München, Missio München, Katholischen Erwachsenenbildung München und der Stiftung Spiritualität und interreligiöser Dialog.

Anmeldung

Ort: Missio München, Pettenkoferstr. 26-28
Zeit: Samstag, 14. März, 16-21 Uhr
Unkostenbeitrag: 30 € (inkl. indischem Abendessen)


Lesung 1
Christian Hackbarth-Johnson: Bettina Sharada Bäumer – ein Leben zwischen Indien und Europa. Biographische Studie zur interreligiösen Existenz der österreichischen Religionswissenschaftlerin. Band 1: „Man muss flexibel sein!“ Kindheit und Jugend (1940-1964). Tyrolia Verlag, Innsbruck-Wien 2024.

Die Titelseite von dem Buch Bettina Sharada Bäumer – ein Leben zwischen Indien und Europa. Biographische Studie zur interreligiösen Existenz der österreichischen Religionswissenschaftlerin. Band 1: „Man muss flexibel sein!“ Kindheit und Jugend (1940-1964) zeigt ein junges Mädchen mit mitellangen hellen Haaren in einem schwarz weiss Foto auf einem dunkelblauen Hintergrund

Das Buch beschreibt die Grundlage der außergewöhnlichen Karriere Bettina Bäumers als interreligiöse und interkulturelle Vermittlerin zwischen Indien und Europa und Lehrerin des nicht-dualen Shivaismus von Kashmir. Bettina Bäumer stammt aus einer Salzburger Künstlerfamilie, die im Nationalsozialismus wegen der jüdischen Herkunft der Mutter Verfolgung litt. Sie entgeht der Shoah, indem der katholische Priester Sebastian Linsinger die Familie in sein Pfarrhaus aufnimmt. 1961 begegnet Bäumer, die damals evangelische Theologie studiert, dem katholischen Priester Raimon Panikkar, halb Inder, halb Spanier. Als führende Gestalt im hinduistisch-christlichen Dialog verknüpft er seine indischen Erfahrungen mit christlicher Theologie. So referierte er 1960 beim Eucharistischen Kongress in München über das indische Kultmysterium und seine Bedeutung für das Verständnis christlicher Spiritualität. Begeistert von seiner Ausstrahlung folgt Bäumer ihm nach Rom, wo gerade das 2. Vatikanische Konzil beginnt, um bei ihm zu studieren, und konvertiert zur katholischen Kirche. Im Herbst 1963 reist sie erstmals nach Indien, um Henri Le Saux o.s.b./Swami Abhishiktananda zu besuchen, den anderen wichtigen Pionier des Dialogs zwischen Hinduismus und Christentum. Im Jahr darauf beginnt sie ihr Promotionsstudium bei Karl Rahner SJ in München. 1967 geht sie ein zweites Mal nach Indien, wo sie bis heute lebt.

Zum Autor:
Christian Hackbarth-Johnson studierte Evangelische Theologie in Tübingen, Wien und München. Von Anfang an konzentrierte er sich auf den spirituellen interreligiösen Dialog zwischen Hinduismus, Buddhismus und Christentum. Seit 1985 übt er Zen und Yoga, seit 1994 lehrt er beides. Zum Promotionsstudium an der LMU zog er 1998 nach Dachau, wo er bis heute mit seiner Familie lebt. 2001 promovierte er in München bei Michael von Brück zum Thema: Interreligiöse Existenz. Spirituelle Erfahrung und Identität bei Henri Le Saux OSB/Swami Abhishiktananda, das 2003 als Buch erschien. Hackbarth-Johnson leitet seit 2005 interreligiöse Begegnungsreisen nach Indien. Von 2016-2020 arbeitete er in einem Forschungsprojekt an der Universität Salzburg zur Biographie der österreichischen Religionswissenschaftlerin und Indologin Bettina Bäumer. 2021 und 2023 gab er zwei Bücher zu (Bäumers Lehrer) Raimon Panikkar heraus. 2024 erschien der bisher erste Band einer biographischen Studie zu Bettina Bäumer.

Der Vortrag des Autors wird unterstützt durch Rev. MyoE Doris Harder, Zen-Priesterin und Theaterregisseurin (Wien).

Anuttara Sharanya Das (Leipzig, Salzburg): Odissi – Eine klassische indische Tanzform aus dem Bundesstaat Odisha

Eine indishe Tänzerin in traditioneller orangener Kleidung mit goldenem Kopfschmuck steht auf einem Bein mit dem anderen angewinkelt in der Luft. Sie hält einen Arm hoch über ihrem Kopf und den anderen vor sich.
Copyright Foto: Sadananda Das

Odissi gehört zu den ältesten klassischen Tanztraditionen Indiens und hat ihren Ursprung in den Tempeln Odishas vor über 2.000 Jahren. Bekannt für ihre anmutigen Körperlinien, fließenden Bewegungen und ausdrucksstarke Erzählweise, vereint Odissi Rhythmus, Emotion und Hingabe zu einer hochentwickelten Kunstform.

Charakteristisch für diesen Tanz sind die ikonischen Haltungen Tribhanga und Chauka sowie das lyrische Fußspiel, das von Tempelskulpturen und alten Schriften inspiriert ist. Tribhanga, die feminine S-förmige Körperlinie, prägt die ästhetische Eleganz des Odissi, während Chauka eine geerdete, quadratische Haltung darstellt, die Lord Jagannath symbolisiert.

Durch fein nuancierte Bewegungen und Mimik erkunden die Tänzerinnen und Tänzer Themen wie Spiritualität, Liebe und innere Einkehr – häufig in Erzählungen über Lord Jagannath, Krishna und göttliche Hingabe. Sanft und zugleich kraftvoll ist Odissi mehr als ein Tanz: eine bewegte Meditation, die Körper, Musik und Gefühl miteinander verbindet.

Erleben Sie eine Aufführung, in der Hingabe auf Disziplin trifft und jede Bewegung eine Geschichte erzählt.


Pause: Indisches Abendessen (im Wert von 15 €)

Die Titelseite von dem Buch Der Duft des Göttlichen. Indien im Alltag. Erfahrungen aus 50 Jahren, Patmos Verlag, Ostfildern 2025 von Martin Kämpchen zeigt einen gelb orangenen himmel und einen blauen Fluss in dem drei Frauen in bunten indischen Kleidern stehen.

Lesung 2
Martin Kämpchen: Der Duft des Göttlichen. Indien im Alltag. Erfahrungen aus 50 Jahren, Patmos Verlag, Ostfildern 2025.

Das bild zeigt einen Mann mit weißen Haaren und Bart. Er hat eine Brille, ein blaues Hemd und einen weißen Schaal.
Copyright Foto: Samiran Nandy

Martin Kämpchen lebte und arbeitete bis 2023 im westbengalischen Santiniketan. Er wirkte seit 1973 als Schriftsteller, Übersetzer (u. a. von Ramakrishna und Tagore) und journalistischer Berichterstatter in Indien. Er setzt sich für den interkulturellen und interreligiösen Dialog ein und engagiert sich sozial in indischen Dörfern. Nach 50 Jahren in Indien stellt Martin Kämpchen Aspekte des Alltagslebens in einen größeren Zusammenhang. Kurzweilig erzählt er von der Rolle der Familie und vom Bildungswesen, von Zeitgefühl, Kleidung, Grußgesten und vielem mehr. Sein Erfahrungsschatz aus tiefen persönlichen Einblicken und zahllosen Begegnungen hilft, das gigantische und komplexe Land von innen zu verstehen.

2022 war im selben Verlag seine Autobiographie erschienen: Mein Leben in Indien. Zwischen den Kulturen zu Hause. Mit einem Geleitwort von Karl-Josef Kuschel.